Was ist ein Communication Manager?

„Der elementare, Soziales als besondere Realität konstituierende Prozeß ist ein Kommunikationsprozeß.“ Dieser Satz von Niklas Luhmann bringt meines Erachtens eine unbestreitbare Tatsache auf den Punkt: Erst durch die Verständigung ist es uns möglich Bedeutungen zu antizipieren, Verhaltensmuster zu be- oder entkräften und mit einer Organisation (z.B. einem Unternehmen) auf eine geänderte Faktenlagen zu reagieren. Durch das Voranschreiten der Globalisierung, Arbeitsteilung und Individualisierung, sowie einer zunehmenden Vermischung von realen und digitalen Lebenswelten wird Kommunikation für jede Organisation an Wichtigkeit und Brisanz immer mehr zunehmen. Es drängt sich also die Frage auf, welchen Anforderungen Experten in diesem Bereich gerecht werden müssen und wie eine treffende Rollenbeschreibung eines Communication Managers auszusehen hat.
Dazu möchte ich drei unterschiedliche Blickwinkel auf die Realität eines Unternehmens festhalten.

1. Company’s Mind
Was ist die Geschichte des Unternehmens? Welchen Gründungsmythos gibt es? Was hat das Unternehmen groß gemacht? Wer sind die Mitarbeiter und worauf sind diese stolz? Ein Unternehmen sollte sich über diese und ähnliche Fragen im Klaren sein, um einerseits eine stimmige, integrierte Unternehmenskommunikation betreiben zu können und andererseits für Extremsituationen wie dem Krisen- und Change-Management ausreichend vorbereitet zu sein.

2. Daily Business
Hierunter fällt ein bunter Strauß an Anforderungen: Eine genaue Vorstellung der Unternehmensstruktur und wie die einzelnen Bereiche zusammen arbeiten, Fachkenntnisse in den Bereichen Marketing, PR und Medienmanagement, eine Vorstellung der Finanzlage und Strategie des Unternehmens, ein Gespür für die Stakeholder, die ständige Kontrolle der internen und externen Kommunikation auf deren Übereinstimmung mit den Unternehmenswerten, ein generalistisches Verständnis für verschiedene Aktivitätsfelder, um die Meinung des Ingenieurs ebenso wie die des IT-lers oder des Controllers nachvollziehen und auf ihr aufbauen zu können. (Diese Liste ließe sich sicher noch weiter ergänzen, aber ich denke es ist klar geworden, worum es geht)

3. Fortune-Telling
Da das Communication Management permanent mit allen Bereichen und Stakeholdern des Unternehmens in Berührung kommt, sollte seine Rolle als Mitgestalter der Unternehmensstrategie nicht unterschätzt werden. Um dieser Rolle gerecht zu werden, sollte ein Communication Manager laufend über mögliche zukünftige Entwicklungen des Unternehmens und seiner Umwelt informiert sein: Was wollen die Kunden? Welche neuen Kommunikationstechniken und Vertriebswege entwickeln sich? Was sind mögliche Trend- und Problemthemen auf die sich das Unternehmen einstellen muss?
So gesehen sollten schon vor dem Eintreten einer Krise die entsprechenden Notfallpläne in der Schublade liegen. Im besten Fall können die Krisen durch stetige Strategieanpassung in Rücksprache mit der Unternehmenskommunikation ganz verhindert werden.

Ein Communication Manager hat so gesehen die Aufgabe eines Katalysators. Durch ihn soll das System „Unternehmen“ in sich schlüssig laufen und sich möglichst ohne Reibungen in die Systeme „Marktwirtschaft“, „Politik“ und „Gesellschaft“ einfügen.

Zusammenfassung:

  • Kommunikation war schon immer grundlegend für eine Organisation und wird, gerade für die Organisation „Unternehmen“, in Zukunft extrem an Relevanz zunehmen.
  • Communication Management bedeutet die permanente Bewältigung der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Unternehmens.
  • Communication Manager sind „Ermöglicher“, die dazu beitragen Reibungen des Unternehmens nach innen und nach außen zu minimieren.

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