Location Based Services Summit 2010 – Teil I

Letzte Woche hatte ich das Glück am ersten LBS Summit der Conference Group teilnehmen zu dürfen. Da der Summit für mich persönlich eine große Bereicherung war und er meiner Meinung nach fundamentale Entwicklungen der zukünftigen Unternehmenskommunikation behandelt hat, versuche ich die Inhalte möglichste umfassend in vier aufeinander folgenden Blogeinträgen widerzugeben. In diesem ersten Teil fasse ich nochmal kurz zusammen, was Location Based Services (LBS) eigentlich sind und warum man sich heute schon mit ihnen auseinander setzen sollte. Im nächsten Teil werde ich die Chancen und Herausforderungen von LBS aufzeigen, um dann im dritten Teil auf Best Practice Beispiele einzugehen. Mit dem vierten Teil schließe ich meine Ausführungen über den 1. LBS Summit ab, indem ich kurz rechtliche Aspekte darstelle, die während des Summits erläutert wurden.
Grundsätzlich handelt es sich bei Location Based Services (wie der Name schon sagt) um ortsabhängige Dienste, die dem Nutzer auf mobilen Endgeräten (Handy, iPad, etc.) angezeigt werden. Diese Dienste können eine einfache Navigation zu einem gewünschten Ort sein (in 300 m rechts abbiegen), sie können aber auch weitere Informationen zur eigenen Umgebung oder den Aufenthaltsorten anderer LBS User liefern (Kai und Marthe haben gerade das Angebot des Tages im Café drei Ecken weiter bestellt). Zusätzlich werden LBS spannend, wenn man sie mit der Technik der Augmented Reality (AR) verknüpft, was eine Verschmelzung von digitaler und realer Welt bedeutet. Sehr beliebt ist AR in den letzten Jahren im Bereich der Spielkonsolen geworden, wo man beispielsweise mit Handgesten virtuelle Gegenstände am Bildschirm steuern kann. Welche Auswirkungen diese beiden Techniken in Verbindung auf unser Leben haben werden, macht folgendes Video deutlich, in welchem eine aktuelle App zur Immobiliensuche veranschaulicht wird:

Sind solche Apps bloße Spielerei? Werden Sie tatsächlich Einfluss auf unsere täglichen Kommunikations- und Konsumgewohnheiten haben, auf die sich die Unternehmenskommunikation einstellen sollte? Dazu ein paar Fakten:

Die Auswirkungen auf das Anzeigen- und Werbegeschäft werden entsprechend fundamental sein. Schon jetzt gibt es in den USA den Service Google Boost, mit dem Geschäfte ihre Werbeanzeigen auf Kunden konzentrieren können, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Nun könnte man behaupten, dass es sich lediglich um eine neue Technik handelt, die Firmen im eCommerce neue Spielräume eröffnet – eine Verschiebung der Rahmenbedingungen im Wettbewerb der ganz großen Player wie Google und Facebook also. Bei LBS handelt es sich jedoch um weitaus mehr. Wie auf dem Summit mehrfach betont wurde, handelt es sich um nichts weniger als dem „missing link“ zwischen eCommerce und POS. Die Aussage, die sich hinter diesem Satz verbirgt, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Meiner Meinung nach deutet sie nichts weniger an, als die wichtigste Neuordnung des allgemeinen Kommunikationsverhaltens und somit der gültigen Kommunikationsstrategien von Unternehmen seit der flächendeckenden Einführung des Internets. So werden sich beispielsweise ganz neue Werbeformen auftun. Sonderangebote werden nicht mehr für die kommende Woche in einem Zeitungsbeileger angepriesen, sondern ganz spontan über LBS Marketing ortsabhängig gesteuert. Der Erfolg von Werbung wird dadurch in Echtzeit messbar sein, wodurch Ladenbesitzer einen noch flexibleren Abverkauf betreiben können. Dies ist auch der Grund, weshalb Groupon (eines der momentan schnellst wachsenden eCommerce Startups) für Google 6 Mrd. Dollar wert gewesen wäre. All dies macht deutlich, was u.a. auch auf dem Summit kräftig betont wurde: Jetzt ist die Zeit für Unternehmen sich mit diesen neuen Entwicklungen auseinander zu setzen und Erfahrungswerte zu sammeln! Im nächsten Beitrag werde ich hierauf näher eingehen und genauer die Chancen und Risiken von LBS skizzieren.

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4 thoughts on “Location Based Services Summit 2010 – Teil I

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