Nachlese Social-Media-Workshop mit Ketchum Pleon – Tag 1

Anfang des Monats hatte ich die Möglichkeit bei der diesjährigen Karrieremesse der ZU (www.zu-taten.de) am Workshop von Ketchum Pleon teil zu nehmen. Nachfolgend möchte ich nun meine kurze Nachlese der beiden Tage zum Thema „Wohin führt der digitale Traum? Zur Diskrepanz im Umgang mit Social Media zwischen Individuen und Unternehmen“ in zwei aufeinander folgenden Blogeinträgen wiedergeben:
Als Vorbereitung auf den Workshop wurde ein ausführlicher Reader zur Verfügung gestellt, der diverse Analysen und Artikel zum Thema Social Media und zukünftige Trends im Kommunikationsverhalten der Verbraucher thematisierte. Da sich diese Paper meiner Meinung nach recht gut dazu eignen, sich zum besagten Thema auf den aktuellen Stand zu bringen, habe ich die Quellen (soweit dies möglich war) am Ende des Blogeintrags verlinkt.

Trotz dieser ausführlichen Vorbereitung drehte sich der erste Tag ausschließlich um die Frage, was Social Media eigentlich sei, wie die Seminarteilnehmer ihre eigenen Bezug dazu einschätzen würden und wie Unternehmen unserer Meinung nach damit umgehen sollten. Die Komplexität des Themas wurde durch die mehr oder weniger bekannten Versuche der Klassifizierung von Social Media (Flower, Map 1, Map 2, Landscape) und die zahlenjonglierenden Webvideos deutlich gemacht. Als ein erstes Zwischenfazit wurde festgehalten, dass zwar immer mehr Unternehmen merken würden, dass es um Social Media kein Weg mehr herum gebe, dass diese Feststellung aber auch in den meisten Fällen in schlichte Überforderung münde.
Meiner Meinung nach hat dies einen entscheidenden Grund: Die schier unermessliche Zahl an Kommunikationswegen, die sich durch Social Media eröffnet. Die zuvor veranschaulichte Vielzahl an Social Media Möglichkeiten müssen aus Sicht der Unternehmen genau genommen jeweils in vier verschiedene Richtungen gedacht werden:

Erstens, wie können solche Social Media Funktionalitäten firmenintern genutzt werden, um Arbeitsabläufe, Wissensmanagement und Kommunikationsprozesse zu verbessern? Zweitens, wie werden die Funktionalitäten im Internet genutzt? Das heißt, wer kommuniziert da eigentlich zu welchem Zweck? Um welche Zielgruppen handelt es sich? Ist die Nutzung eine Ergänzung oder eine Substitution anderer Medien? Die enorme Schwierigkeit an solchen Betrachtungen ist der Umstand, dass sich die Mediennutzung in einem ständigen Wandel befindet. Besonders jetzt – besonders im Internet. Ein weiteres Hindernis ist sicher, dass das Nutzungsverhalten unterschiedlichster Plattformen miteinander verknüpft ist. Facebook an sich wäre recht langweilig ohne die vielen Links zu Youtube, Flickr und Co. Das was auf der einen Plattform geschieht, hat auch Auswirkungen auf die Geschehnisse einer Anderen.
Der dritte Kommunikationsweg stellt den klassischen Aufgabenbereich von Marketing und PR dar: Unternehmensinterne Informationen werden strategisch nach außen gegeben. Beide Kommunikationsbereiche sehen sich hierbei bisher unvorstellbaren Herausforderungen gegenüber: Die Zielgruppe lässt sich kaum greifen, über einmal herausgegebene Informationen verliert das Unternehmen jegliche Kontrolle, die Grenzen zwischen Marketing und PR verschwimmen, wobei bisherige Anreizmechaniken sofort durchschaut und abgelehnt werden, wenn sie dem Nutzer keinen wirklichen Mehrwert liefern. Darüber hinaus sind die Geschäftsmodelle vieler Social Media Plattformen noch völlig unklar. Dadurch ist es für Unternehmen schwer einzuschätzen, welche Formen der Werbung bzw. Ansprachen erwünscht, geduldet oder vielleicht sogar verabscheut werden.
Der vierte Weg ist schließlich derjenige, an dem Unternehmen in ihren Social Media Aktivitäten wohl am häufigsten scheitern: die Rückkopplung der Öffentlichkeit (Kunden, Presse, Blogger etc.) zum Unternehmen. In dem Moment, in dem sich ein Unternehmen in den Bereich Social Media wagt, sind alle seine Aktivitäten als „Konfliktangebote an die Allgemeinheit“ anzusehen. Jegliche Reaktion auf ein solches Angebot sollte ernst genommen werden – dies wird vom Nutzer erwartet (denn zu welchem Zweck wurde denn sonst das Konfliktangebot gemacht?). Es ist klar, dass die meisten Kommunikationsabteilungen von einer solchen Verantwortung schlicht überfordert sind. Bisher ging es ja lediglich nur darum, Informationen in mehr oder weniger bekannte Kanäle einzusteuern und dadurch mehr oder weniger bekannte Zielgruppen zu erreichen, die Effekte zu evaluieren und eventuell bei der nächsten Kampagne nachzubessern. Nun müssen Informationen in einem nicht abgrenzbaren Kanal, die an eine nicht abgrenzbare Zielgruppe gerichtet sind, jeglicher Kritik langfristig stand halten.
Aus den Beschreibungen wird deutlich, dass der Schritt zu Social Media für Unternehmen wohl immer ein Sprung ins kalte Wasser sein wird, aber dennoch gut „beaufsichtigt“ werden sollte. Dies ist auch der Grund, weshalb momentan sowohl die Nachfrage, als auch das Angebot nach Social Media Experten rapide ansteigt. Eine Bewertungsplattform einzurichten, auf der die wahren Experten von den Scharlatanen heraus gesiebt werden könnten, wäre hierbei nur die logischste Konsequenz.

Unterlagen:

Verwandte Einträge

One thought on “Nachlese Social-Media-Workshop mit Ketchum Pleon – Tag 1

  1. Pingback: Nachlese Social-Media-Workshop mit Ketchum Pleon – Tag 2 » mt-blog

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *