Nachlese Social-Media-Workshop mit Ketchum Pleon – Tag 2

Nach dem ersten, eher sehr reflektierenden Tag wurde der zweite Teil des Ketchum Pleon Workshops dazu genutzt, von Best bzw. Worst Practices zu lernen und in Gruppenarbeiten diverse Konzepte zu entwickeln.

Best Practices

Das wohl beste Best Practice Beispiel für eine Social Media Werbekampagne, das ich bisher gesehen habe! Der Shampoo Hersteller Old Spice war schlau genug, sich nicht auf dem Erfolg der viralen Marketing Kampagne „The Man your Man could smell like“ auszuruhen, sondern neue Wege zu beschreiten und mit der Webgemeinschaft in Interaktion zu treten – mit unglaublichem Erfolg.


Im nächsten Beispiel macht Ford vor, dass sich eine gehörige Portion Mut durchaus auszahlen kann: Das neue Produkt wird dem Kunden vor der Markteinführung zum Test zur Verfügung gestellt, damit er seine Meinung darüber via Twitter verbreiten kann.

Der Getränkehersteller Schweppes zeigt, wie man auf Facebook einen Service anbieten kann, der einen Mehrwert bietet und den Nutzer nur indirekt zur Werbefigur macht (indem andere sehen, dass die Schweppes-App verwendet wurde).

Das nächste Video zeigt, wie Twitter am POS auf spielerische Art visualisiert werden kann. Diesmal um für Canada zu werben.

Einen ähnlichen Ansatz, nur in umgekehrter Richtung, verfolgt Diesel. Durch spezielle Installationen am POS wird es dem Kunden ermöglicht, seinen neuen Look sofort den Freunden auf Facebook zu präsentieren.

Worst Practice

Mit Vorstellung der Worst Practices wurde auf dem Workshop zum Thema der Krisenkommunikation übergeleitet. Wenn sich Firmen mit Social Media beschäftigen, vergessen Sie oft, dass sie sich mit jedem anderen Akteur im Netz auf Augenhöhe befinden und dementsprechend leichter Angriffen ausgesetzt sein können. Folgendes Video macht sehr gut deutlich, wie frontal solche Angriffe sein können.

Gerade wenn Firmen es nicht für nötig erachten, auf solche Angriffe zu reagieren, verbreiten sich negative „Schlagzeilen“ in rasender Geschwindigkeit. Ein weiterer großer Nachteil ist, dass das Internet nichts vergisst. Die alte Strategie, sich zu ducken und den Mediensturm über sich hinweg ziehen zu lassen, funktioniert demnach nur noch in seltenen Fällen. Dies musste auch Kryptonite, ein Hersteller von Fahrradschlössern, schmerzlich erfahren. Sich selbst rühmend, Fahrradschlösser der höchsten Sicherheitsstufe zu bauen, hatte Kryptonite sich das Image des Premiumproduktes in diesem Segment aufgebaut. Wer mit ruhigem Gewissen sein Fahrrad abschließen wollte, kam um Kryptonite quasi nicht herum. Bis zu folgendem Video:

Es ist klar, dass die Aufdeckung eines solchen Produktmangels eine Katastrophe für jedes Unternehmen bedeutet. Doch obwohl das Medienecho in der Blogosphäre immer gewaltiger wurde, gab es keinerlei Rückrufaktion oder sonstige Reaktion von Kryptonite. Folgendes Bild veranschaulicht, wie innerhalb von zehn Tagen die komplette Reputation eines Unternehmens zerstört werden kann und weshalb Firmen immer weniger um das Webmonitoring herum kommen.

Kryptonite macht deutlich, dass jeder Nutzer ein gewaltiges Medienecho auslösen kann. Die Strategie dies zu ignorieren und immer noch anzunehmen, im Internet würden sich nur ein paar technikaffine Nerds tummeln, ist mehr als fahrlässig. Wie man es besser macht, zeigt Microsoft im nächsten Beispiel.

Schlechte Programmierung als Vorwurf:

Antwort mit Augenzwinkern von Microsoft:

Die Themen der Gruppenarbeiten (Implementierung einer Corporate Social Media Plattform, Erstellung einer kohärenten Social Media Strategie, Neuorganisation von Kommunikationsabteilungen und Webmonitoring/Krisenkommunikation) möchte ich in zukünftigen Blogeinträgen gesondert und ausführlicher beschreiben. Insgesamt kann ich für mich als Fazit des Zutaten Workshops mit Ketchum Pleon festhalten, dass sich die Teilnahme sehr gelohnt hat, da man doch viele Einblicke in die Praxis bekommen hat, über die man während der normalen Webrecherche nicht unbedingt stolpert.

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