15 Hinweise über das Bloggen

Ein Jahr ist es nun her, dass ich meinen ersten Beitrag in diesem Blog veröffentlicht habe. Was als ein Selbstversuch begann (würde ich mich disziplinieren können, regelmäßige Beträge zu schreiben?), entwickelte sich für mich zu einer äußerst spannenden und lehrreichen Zeit über Online-Kommunikation. Nachdem nun praktikumsbedingt länger Stillstand auf mt-blog.de herrschte (denn das Selbstdisziplinieren hat auch seine Grenzen), möchte ich mit einem kurzen Erfahrungsbericht wieder einsteigen und den Blog ab sofort weiter mit Inhalten füllen. Dazu werde ich kurz meine damalige Herangehensweise schildern und anschließend stichpunktartig Hinweise für all diejenigen geben, die gerade selbst überlegen, mit dem Bloggen anzufangen.

Am Anfang war die Idee: Warum nicht die eigenen Gedanken der Netzwelt zur Verfügung stellen und schauen was passiert? So weit, so unpräzise. Schnell stellte sich die Frage, über was man schreiben und wen dies überhaupt interessieren sollte. Je länger ich mich mit einer solchen Selbstdefinition (und vorigen Selbstabsicherung) beschäftigte, desto mehr wurde mir bewusst, dass es manchmal besser ist einfach anzufangen. Neben den thematischen-konzeptionellen Überlegungen spielte für mich am Anfang vor allem ein individuelles Design und die erreichten Reichweiten eine wichtige Rolle.  Zum ersten Aspekt kann ich nur sagen, dass mit WordPress theoretisch alles möglich ist. Wer aber (so wie ich) kein Webdesigner ist, lernt schnell mit Kompromissen zu leben. Was den Aspekt der Reichweite anbelangt, so konnte ich viel durch die Analysetools StatPress und GoogleWebmasters lernen.

Nachdem ich letztes Jahr die ersten vier bis fünf Beiträge online gestellt hatte, begann ich diese auch über Facebook und Twitter zu bewerben, was mir am Anfang eine durchschnittliche Leserschaft von 40 bis 50 Leuten pro Monat einbrachte (aller Anfang ist schwer). Ein paar Monate später jedoch wurden daraus mehrere hundert Visits durch Weiterempfehlungen auf Twitter, Verlinkungen in Foren und Treffern bei Suchanfragen auf Google. StatPress ist hierbei ein sehr nützliches Tool, das einem alle wichtigen Informationen darüber gibt, welche Seiten auf den eigenen Blog verlinken, welche Suchanfragen die Besucher auf die Seite geführt haben und welche Seiten aufgerufen wurden. Darüber hinaus habe ich das GoogleWebmaster Tool verwendet, mit dem man unter anderem herausfinden kann, welche Schlagworte Google mit der eigenen Seite verknüpft. Zwar sind diese Verknüpfungen nicht beliebig änderbar und das Verwenden dieser Statistik-Tools muss auch kritisch gesehen werden, für eine erste Auseinandersetzung mit dem Bloggen jedoch, kann ich sie nur empfehlen. Gerade am Anfang ist es aus meiner Sicht wichtig, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie die Blogeinträge im Internet aufgenommen werden und Reichweite erzeugen.

Zwar ist mir bewusst, dass ich bisher noch lange nicht das ganze Potential des Bloggens ausgeschöpft habe, folgende Hinweise würde ich aber schon mal jedem mit an die Hand geben, der sich gerade überlegt einen eigenen Blog zu starten:

  1. Bloggen ist meistens ein langfristiges Projekt – Planung kann nicht schaden, viel wichtiger jedoch ist, dass man einfach anfängt.
    Sich an anderen zu orientieren macht es nicht unbedingt leichter.
  2. WordPress ist Kinderleicht – wenn man keine Extrawünsche hat.
  3. Regelmäßigkeit, Regelmäßigkeit, Regelmäßigkeit. Leser des Blogs gewöhnen sich schnell an einen bestimmten Intervall der Veröffentlichung. Lieber Beiträge aufsparen und zeitlich verteilen, als 5 Beiträge in einer Woche posten und dann zwei Monate keinen Einzigen.
  4. Einträge ab einer gewissen Länge aufteilen – besser noch: kürzen!
  5. Bilder, Videos, etc. – Multimedia überall verwenden, wo es möglich ist (vor allem auch urheberrechtlich möglich!).
  6. Knappe Teaser schreiben. In den ersten Zeilen muss klar werden, worum es geht und das Interesse des Lesers muss geweckt werden. Auf Facebook oder in RSS Readern werden meist nur die ersten zwei bis drei Zeilen angezeigt.
  7. Wenn es sinnvoll ist, Schaubilder und Zusammenfassungen anbieten. Dem Leser durch Hervorhebungen ermöglichen, das wichtigste in wenigen Sekunden zu scannen.
  8. Niemals etwas schreiben und direkt online stellen. Noch mal eine Nacht über einen Beitrag zu schlafen verhindert peinliche Rechtschreibfehler und andere Missverständnisse.
  9. Reflektiere immer wieder die eigene Zielsetzung. Schnell passiert es, dass man von interessanten Themen anderer Blogs und Meldungen abgelenkt wird und ebenfalls darüber berichtet. Plötzlich stellt man dann fest, dass die Inhalte zu Einseitig werden bzw. nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen.
  10. Verstehe die Mechanismen von SEO, lass sie aber nicht zum Mantra werden. Wenn bestimmte Schlagworte so oft verwendet werden (damit der Suchalgorithmus darauf anspringt), dass sie den Lesefluss stören, dann läuft aus meiner Sicht irgendwas falsch (ein Problem, das man auch bei erfahrenen Bloggern immer wieder feststellen kann).
  11. Verlinke die Blogeinträge untereinander. Dies sorgt nicht nur für ein angenehmeres Surfen, sondern erhöht auch die Wertigkeit des eigenen Blogs bei Suchalgorithmen.
  12. Prüfe regelmäßig mit welchen Schlagworten dein Blog gefunden werden kann. Nur so lernt man einzuschätzen, welche Wirkung die eigenen Beiträge im Netz haben. Die Analysetools StatPress und GoogleWebmasters sind hierbei eine gute Hilfe.
  13. Personensuchmaschinen können hilfreiche Multiplikatoren sein. Sobald man einen Blogeintrag schreibt und im Titel auf eine bestimmte Person verweist (z.B. bei einer Buchkritik) wird der Blogeintrag recht schnell von diversen Personensuchmaschinen gelistet. Dies erzeugt Links auf die eigene HP, was wiederum die Wertigkeit des eigenen Blogs erhöht.
  14. Nutze bewusst Tags und Kategorien. Diese haben bei Suchalgorithmen eine höhere Wertigkeit und bilden automatisch erzeugte, miteinander verlinkte Unterseiten.
  15. Vorsicht bei Kommentaren! Die meisten sind lediglich Spam, die irgendeine Trash-Seite verlinken wollen.

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